Stipendiaten 2017/2018

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Elisabeth Merkle

Angefangen hatte alles mit der Durchsage meines Schulleiters, dass der Deutsche Bundestag ein Stipendium für ein Auslandsjahr in die USA vergibt. Daraufhin habe ich den Flyer über das PPP Stipendium gelesen und war von dem Programm sofort begeistert. Am Nachmittag habe ich dann gleich die Bewerbungskarte im Internet ausgefüllt und bekam daraufhin die vollständigen Bewerbungsunterlagen zugeschickt.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich wenig Hoffnung, das Stipendium tatsächlich zu erhalten. Als ich dann aber erfuhr, dass ich in die engere Auswahl meines Wahlkreises gekommen bin, war ich überrascht und neugierig, was mich beim persönlichen Vorstellungsgespräch in Lindau erwarten würde. Dort wurden Fragen zu Politik, Geschichte und meiner Motivation für einen Auslandsaufenthalt gestellt. Auch nach diesem Gespräch machte ich mir keine allzu großen Hoffnungen auf das Stipendium und habe mich deshalb umso mehr gefreut, als ich dann Mitte Januar eine Zusage von der Austauschorganisation Partnership International bekam. Nun wird in den USA eine Gastfamilie für mich ausgesucht und Ende Juli/ Anfang August werde ich voraussichtlich erfahren, wo ich mein Auslandsjahr verbringen darf. Für meine Nominierung als Stipendiatin möchte ich mich beim meinem Paten, Herrn Dr. Gerd Müller, ganz herzlich bedanken, da für mich dadurch ein Traum in Erfüllung gegangen ist.

Bis zum Abflug im August ist noch ein halbes Jahr Zeit, doch ich bin jetzt schon sehr gespannt, was mich in den USA erwartet. Ich bin mir sicher, dass das Jahr eine Zeit voller neuer Eindrücke und Erfahrungen wird und hoffe, dass ich meinen Horizont in vielen Bereichen erweitern kann. In den USA werde ich bestimmt viele interessante Menschen kennenlernen und auch neue Freundschaften knüpfen. Mich interessiert sehr, wie es ist, eine amerikanische High School zu besuchen und eine Schuluniform zu tragen. Wie unterscheidet sich das Leben eines amerikanischen Jugendlichen von dem eines deutschen? Diese und noch viele weitere Fragen werden sich in diesem Jahr hoffentlich für mich beantworten. Gerne möchte ich auch den Amerikanern unsere Kultur näherbringen und ihnen von Deutschland erzählen. Ich bin überzeugt, dass es für das friedliche Zusammenleben der Völker wichtig ist, andere Kulturen zu kennen und ich werde mich bemühen, meinen Teil zur deutsch-amerikanischen Freundschaft beizutragen.

Elisabeth Merkle im Februar 2017

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Laura Meßmer

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Über ein Jahr ist es nun schon her, dass ich mich auf das Abenteuer Amerika eingelassen habe. 10 Monate allein am andern Ende der Welt in einem völlig neuen Umfeld klingt anfangs ein wenig einschüchternd, aber auch nach jeder Menge Spaß. Doch nun mal von vorne.

Durch eine Freundin meiner Mutter habe ich von dem Parlamentarischen Partnerschafts-Programm erfahren. Ich war sofort hell auf begeistert. Gleichzeitig war ich mir aber auch über die geringen Chancen ausgewählt zu werden bewusst. Als ich dann nach langer Wartezeit zum Auswahlverfahren eingeladen wurde kam ich meinem Traum immer ein Stücken näher. Per Post erfuhr ich dann, dass ich es unter die drei letzten Kandidaten geschafft hatte. Beim anschließenden Auswahlgespräch mit Frau Deniffel, der Sekretärin meines Paten Herrn Dr. Gerd Müller, konnte ich mein Glück kaum fassen. Ich wurde auserwählt um als junge Botschafterin in die USA zu gehen.

Es war zwar anfangs nicht immer ganz leicht, doch ich hatte Glück mit meiner Gastfamilie. Meine Gastfamilie habe ich nur wenige Tage vor meinem Abflug per Email kennengelernt. Sie war eine typische amerikanische Patchworkfamilie. Meine zweite Heimat war ab jetzt Oklahoma. Gehört habe ich von diesem Staat davor noch nie. Meine Skepsis war deshalb umso größer. Ehrlich gesagt mag es auch nicht der schönste Staat sein. Trockene Landschaften und abnormal heiße Temperaturen im Sommer, so lässt sich Oklahoma beschreiben. Die Menschen die dort leben sind dafür aber umso netter. Meine Gastfamilie hat mich vom ersten Tag an wie ihre eigene Tochter behandelt. Sie haben mir eine Einblick in ihre Kultur gegeben und ich ihnen einen in meine. Wir haben zusammen typisch deutsche Gerichte gekocht, uns Bilder vom Allgäu angeschaut und uns viel über die verschiedenen Politiksysteme unterhalten. Es war ein großer Glücksfall, dass ich die Chance hatte während des Wahljahres in den USA zu sein. Auch in Deutschland wurde der Wahlkampf der USA dieses Jahr sehr stark verfolgt. Es ist aber immer was anderes das ganze Hautnah vor Ort mitzuerleben. Bis in die Nacht bin ich aufgeblieben, um das Ergebnis des Wahlkampfs auch ja nicht zu verschlafen.

Die Highschool in Amerika ist wirklich so wie man sie aus Filmen kennt. Es gibt solch eine riesige Auswahl an Fächern. Eines meiner Lieblingsfächer war US-Story. Grund dafür war mein Interesse mehr über die Vergangenheit von den USA zu erfahren, da ich in Geschichte an meiner deutschen Schule überwiegend nur Fakten der deutschen Vergangenheit gelernt hatte. An meiner Highschool hatte ich jeden Tag den gleichen Stundenplan. Nach der Mittagspause in den riesigen Cafeterien ging es dann immer zum Cross Country. Ich bekam ein Teil des Teams. Wir haben uns gegenseitig unterstützt und es war wie eine große Familie. Auch durch den Sport habe ich einige meiner besten Freunde kennengelernt. Meiner Meinung nach finde ich es echt schade, dass der Sport an deutschen Schule nicht so eine große Bedeutung hat. An den amerikanischen Highschools spielt der Sport eine riesige Rolle. An Wochenenden bin ich mit meinen Freunden oft auf Football games gegangen. Zusammen haben wir unser Schulteam angefeuert. Der Schoolspirit in Amerika ist einfach nicht mit dem Deutschen zu vergleichen.

All die Erfahrungen und Momente die ich gesammelt habe, sind unbezahlbar. Außerdem habe ich gelernt was mir wirklich wichtig ist im Leben. Das sind die Menschen, die ich liebe. Die Zahl hat sich durch meine neu gewonnene Gastfamilie und  Freunde noch vergrößert. Ich habe Kontakte fürs Leben geknüpft. Nach diesem Jahr kann ich sagen ich habe eine zweite Heimat gefunden. Oklahoma! Durch mein Auslandsjahr bin ich so viel reicher an Lebenserfahrung, Selbstbewusstsein und einfach allem geworden. Zu verdanken habe ich das alles dem PPP-Stipendium, meinem Paten Herrn Dr. Gerd Müller, meiner Austauschorganisati

on, meiner Familie und allen die mich  unterstützt haben. Ich kann meine Dankbarkeit gar nicht in Worte fassen. Ihr habt mein Auslandsjahr zu dem besten Jahr gemacht. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen!

Laura Meßmer Abschlussbericht  2016/17