Stipendiaten 2015/2016

Foto Tobias Mösle und Chiara Schmid 2015 PPP

© Privat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Chiara Schmid

 

 

Chiara Schmid

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Schon über die Hälfte meines Auslandsjahres ist vorbei, höchste Zeit für ein Update! Im August bin ich in Oklahoma gelandet und habe seit dem sehr viel erlebt und gelernt. Meine neue Heimat ist die Kleinstadt Lindsay, die eine Stunde südlich von Oklahoma City liegt. Auch wenn am Anfang alles neu und ungewohnt ist, lernt man das amerikanische Leben schnell kennen und lieben. Von kleinen Unterschieden wie den Verpackungsgrößen im Supermarkt, zum Schulleben, welches sich komplett vom Deutschen unterscheidet, man findet überall Unterschiede. Wer denkt, dass Amerika nur die „Erweiterung Europas“ auf der anderen Seite des Atlantiks ist, liegt definitiv falsch. Gerade hier in den Südstaaten sind die Kulturunterschiede deutlich zu spüren.

In den ersten Wochen und Monaten war alles ein Abenteuer, jedes Football Game, jedes Treffen mit den neuen Freunden, doch von Tag zu Tag lebt man sich ein und alles wird mehr und mehr zum Alltag. Zwar ist dann nicht mehr alles so aufregend, aber das Gefühl wenn man beginnt sich in einem fremden Land Zuhause zu fühlen, ist unbeschreiblich.

Ich habe mich sehr gut eingelebt, habe Freunde gefunden, kann mir einen Schultag ohne mindestens einmal Training pro Tag nicht mehr vorstellen (denn Sport wird hier groß geschrieben) und denke und träume mittlerweile auf Englisch. Im November habe ich meinen 17. Geburtstag gefeiert und ein paar Tage in Dallas, Texas verbracht.

Als Austauschschüler lernt man eine Menge, nicht nur über die Kultur und die Sprache des Gastlandes, auch über sich selbst. Man lernt mit Veränderungen umzugehen und das beste aus jeder Situation zu machen. Erst vor ein paar Wochen, gab es eine große Veränderung für mich: Ich bin in eine neue Gastfamilie gezogen. Nun wohne ich dort seit ein paar Wochen. Ich habe eine Gastmama, einen Gastpapa und eine 14-jährige Gastschwester, die mit mir zur High School geht. Außerdem drei Hunde, ein paar Hühner und ein Pferd. Auch in dieser Familie habe ich mich bereits gut eingelebt und ich bin sehr glücklich hier.

Ich versuche jeden einzelnen Moment zu genießen und will gar nicht daran denken, dass es im Juni schon wieder zurück nach Deutschland geht.. Ich habe mich sehr an das Leben hier gewöhnt und freue mich trotzdem noch über jeden einzelnen der wunderschönen Sonnenuntergänge hier in Oklahoma. Hätte ich eine Wahl gehabt, wäre Oklahoma bestimmt nicht der Staat gewesen den ich ausgesucht hätte, doch ich kann nicht beschreiben wie glücklich ich bin, dass es mich hier hin verschlagen hat.

Chiara Schmid im Februar 2016

 

 

Seitdem ich erfahren habe, dass ich die Möglichkeit bekomme für ein Jahr in den USA zu leben, ist bereits ein halbes Jahr vergangen und es ist viel passiert: Neben der Vorfreude und den schriftlichen Formalitäten gab es da zum Beispiel das Vorbereitungsseminar in Würzburg. Im Mai verbrachte ich eine Woche in der Akademie Frankenwarte, zusammen mit all den anderen Stipendiaten, die mit dem PPP und der Organisation Partnership International e.V. nach Amerika reisen. Auf dem Programm standen Seminare mit politischen/geschichtlichen Themen, aber auch zahlreiche Inhalte, die uns auf unser Leben in den Staaten vorbereiten. Auch wenn die Tage sehr anstrengend waren, kam der Spaß nie zu kurz und ich hatte eine super Woche, in der ich wundervolle Menschen kennen lernen durfte.
Ein weiterer Schritt auf meinem Weg, war die Beantragung des Visums. Nachdem zahlreiche Formulare ausgefüllt waren, stand der Termin im US-Generalkonsulat an. Doch auch wenn man das Visum in den Händen hält, gibt es noch wahnsinnig viel zu tun. Gastgeschenke kaufen, packen, verabschieden und vieles mehr.
Die Zeit rennt und am 06. August starte ich von Frankfurt nach Chicago. Von dort aus geht es wahrscheinlich weiter nach Oklahoma. Ich warte sehnsüchtig auf genauere Informationen, die aber sicher bald eintreffen. Auf meinem Blog www.inlovewithamerica.wordpress.com hat jeder die Möglichkeit sich einen Einblick in mein Abenteuer zu verschaffen und mich dabei zu begleiten.

Chiara Schmid im Juli 2015

 

Riesen Freude über diese Chance! Zu aller erst geht mein Dank an Herrn Dr. Gerd Müller, der die Patenschaft für mich übernimmt. Die für mich zuständige Organisation Partnership International e.V. und den deutschen Bundestag, der das Parlamentarische Patenschafts Programm ins Leben gerufen hat. Denn durch dieses Stipendium erhalte ich die Chance 10 Monate in den Vereinigten Staaten zu verbringen und den „American Way of Life“ hautnah zu erleben. Doch nun mal von vorn. Auf eine amerikanische High School zu gehen, neue Leute und deren Kultur kennen zu lernen, ein Stückchen mehr von dieser Welt zu sehen und eine zweite Heimat auf der anderen Seite des Atlantiks zu finden, dies alles ist schon seit Jahren ein großer Traum von mir. Doch als ich im Sommer 2014 meine Bewerbungsunterlagen für das PPP abgeschickt hatte, war die Hoffnung zunächst gering, dass sich dieser Traum für mich erfüllen würde. Im November dann die Überraschung, ich war in die engere Auswahl gekommen. Nachdem ich das Auswahlgespräch, inklusive Geschichtstest und Einzelinterview im Dezember überstanden hatte, ging die Wartezeit in die nächste Runde. Doch letztendlich hat es sich gelohnt, die Hoffnung nie aufzugeben und sich „einfach mal zu bewerben.“ Am Abend des 02. Februar klingelte das Telefon und mir wurde mitgeteilt, dass ich als Stipendiatin für das diesjährige PPP ausgewählt wurde. Bis heute kann ich es kaum glauben, ich darf nach Amerika! Erst langsam realisiere ich, dass ich im August für 10 Monate in die USA fliegen werde. Schon jetzt freue ich mich auf die Abenteuer, die mir bevorstehen und bin sehr gespannt, in welchem Bundesstaat ich leben werde. Ich freue mich darauf neue Leute kennen zu lernen, meine Schule zu erkunden und die kulturellen Unterschiede selbst mitzuerleben.Bevor es losgeht gibt es noch viel zu tun. Außerdem genieße ich die verbleibende Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden, bevor das große Abenteuer beginnt.

Chiara Schmid im Februar 2015


Tobias Mösle

© Privat

Tobias Mösle

Bei meiner Ankunft in den USA erhielten wir Stipendiaten bei einem Seminar im UN-Gebäude in New York viele weitere hilfreiche Tipps. Ich hatte keine wirkliche Homestaytour, da ich von New York aus über Philadelphia nach Detroit geflogen bin, von wo aus mich mein Host-Dad Ken abgeholt hat. Mit ihm und seiner Frau Nancy habe ich die ersten beiden Wochen in Saint Clair verbracht, da bei meiner mir endgültig zugeteilten Hostfamily in Ann Arbor mein Zimmer noch nicht frei war. Ich hatte eine wundervolle Zeit mit ihnen. Ken und Nancy taten ihr bestes um mich zu unterstützen. Sie halfen mir in meinen ersten beiden Wochen ein Auto zu suchen, mich am College anzumelden, meine Social-Security-Card zu beantragen und eine kostengünstige Versicherung für mein Auto zu finden.

Da ich in der Studentenstadt Ann Arbor mit vielen jungen Menschen wohne, habe ich bereits innerhalb von 2 Wochen Freunde gefunden. Außerdem bin ich Mitglied in der „International Student Association“, durch die ich sehr schnell Anschluss in meinem College gefunden habe. Einer der Mitglieder fragte mich dann, ob ich nicht auch gerne im Volleyball-Team des Colleges mitspielen möchte. Beim Training und auch beim Spiel gegen andere Universitäten habe ich wirklich viel Spaß. Im Rahmen meines Community Service helfe ich Pastor Dave seine Kirche zu restaurieren. Bei einigen Gelegenheiten konnte ich auch einen Studienkollegen begleiten und ihm dabei helfen, das Mittagessen in einer Entziehungseinrichtung für jugendliche Drogenabhängige zuzubereiten.

Viel Freude bereiteten auch Studententreffen, bei denen wir uns allen gegenseitig unsere eigene Kultur vorstellten, in denen z. B jeder seine eigene traditionelle Kleidung trug (in meinem Fall war das eine Tracht mit Lederhose) oder durch ein gemeinsames Buffet, zu dem jeder mit ursprünglichem heimischen Essen dazu beitrug. Hierfür habe ich für meine „Allgäuer Kässpatzen“ eigens einen Spatzenhobel aus Deutschland einfliegen lassen.

Im College habe ich einen Englisch-Kurs und zwei Auto-Kurse belegt. Mein Englischkurs war sehr lehrreich für mich und ich konnte mein Englisch in der Grammatik und im Wortschatz erstaunlich gut verbessern. Dies hilft mir mit Sicherheit im weiteren Verlauf des Programms gut weiter.

Mein Auto-Getriebe-Kurs ist relativ neu für mich. Jedoch waren der Professor und die Studienkollegen sehr bemüht und hilfsbereit. So konnte ich auch hier enorm viel lernen und habe neben dem erlernten insbesondere auch gute Erfahrung und Kontakte in zwischenmenschlicher Hinsicht gemacht.

Es ist einfach toll, all diese Begebenheiten erleben zu dürfen und ich hoffe, bzw. bin mir ziemlich sicher, dass auch die Menschen in den USA, die ich bisher kennen lernen durfte, einiges über uns Deutsche erfahren konnten und auch von mir einen guten Eindruck erhalten konnten.

Ich freue mich nun sehr auf den zweiten Teil des PPP., bei meinem Praktikum bei der Fa. Bosch in Plymouth.

Tobias Mösle im Februar 2016

 

 

Einige Zeit ist vergangen, ich hatte bereits ein Vorbereitungsseminar in Würzburg, welches fantastisch war und mir unglaublich weiter geholfen hat. Aber nun stehe ich kurz vor der Abreise. Am 4. August werde ich von Frankfurt nach New York fliegen. Inzwischen habe ich eine Praktikumsstelle bei einem Entwicklungsstandort von Bosch in Plymouth, Michigan. Außerdem hat CBYX (Congress Bundestag Youth Exchange) dort ein College und eine Gastfamilie für mich gefunden. Ich freue mich darauf ein Jahr bei Joerg und Ann Berger mit Sohn Oliver zu verbringen. Auf dem Washtenaw Community College studiere ich bis Dezember und ab Januar geht dann mein Praktikum bei Bosch los. Zuerst heißt es allerdings für mich packen und überlegen, was man in 23 kg Gepäck für 1 Jahr mitnehmen möchte. Auf meinem Blog www.32ppp.de/tmoesle können Sie mein Jahr in den Vereinigten Staaten mit verfolgen.

Tobias Mösle im Juli 2015

 

Mein Name ist Tobias Mösle, ich bin 21 Jahre alt und komme aus dem nördlichen Teil des Landkreises Oberallgäu, aus Altusried. Nach dem Abschluss der Mittleren Reife, habe ich eine Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik absolviert und in diesem Beruf nun für ein Jahr in den Niederlanden gearbeitet. Im Juni 2014, fasste ich den Entschluss, mich für das 32. PPP des Deutschen Bundestages zu Bewerben, was ich im August 2014 dann auch tat. Mitte November, kam der erste lang ersehnte Brief der GIZ. Ich wurde zur Auswahltagung nach Bonn eingeladen. Hier konnte ich einige meiner Mitbewerber kennen lernen. Ein Test über unser Allgemeinwissen und Englischkenntnisse, ein Vortrag den wir innerhalb einer Gruppe hielten und Einzelgespräche zu unserer Person standen dort auf dem Programm. Nun war es so weit. Wird mich die GIZ für dieses Stipendium empfehlen? Es begann die lange Zeit des Wartens, bis ich dann von der GIZ hoffentlich die Zusage für das Stipendium in den USA erhalten werde. Schließlich war nun zum einen noch die positive Einschätzung und Empfehlung der GIZ erforderlich und zum anderen dann auch die Benennung von unserem Bundesminister Herrn Dr. Gerd Müller, für dessen Wahlkreis ich mich beworben habe. Am Mittwoch, den 4. Februar 2015 war es nun so weit. Der Brief der GIZ wurde zugestellt. Und tatsächlich erhielt ich die Nachricht, dass ich als Teilnehmer für das 32. Parlamentarische Patenschafts-Programm 2015/2016 benannt wurde. Ich freue mich riesig darüber, dass ich diese große Chance für einen 1-Jährigen Aufenthalt in den USA erhalten habe. Und nun freue ich mich auf das Land und die vielen Menschen, die ich in den USA treffen werde und mit den ich dann ab dem 4. August 2015 für ein Jahr mein Leben verbringen darf. Nochmals vielen Dank für das Vertrauen. Jetzt bleibt wieder einmal die spannende Zeit des Wartens. Diesmal, bis zum Antritt dieses Stipendiums.

Tobias Mösle im Februar 2015