BMZ: Weibliche Genitalverstümmelung – Entwicklungsminister baut Engagement in Guinea aus

Zum Internationalen Tag zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung am 6. Februar ruft Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller dazu auf, diese frauenverachtende Tradition zu durchbrechen:
„Weibliche Genitalverstümmelung ist in vielen Ländern ein großes gesellschaftliches Tabu. Als Tradition getarnt halten sich Beschneidungsrituale noch immer in vielen Gemeinden und Familien. Wir dürfen nicht nachlassen, in Aufklärung und Schutz zu investieren, um diese besonders herabwürdigende Form von Gewalt an Frauen zu beenden. Nur so können starke Mädchen unversehrt zu starken Frauen heranwachsen“, so Bundesminister Müller.

In Deutschland leben Schätzungen zufolge etwa 50.000 Frauen, die verstümmelt wurden. Die Zahl der betroffenen Frauen und Mädchen stieg durch die Zuwanderung aus Ländern, in denen Beschneidung praktiziert wird, wie Eritrea, Somalia, Äthiopien und Irak, deutlich an.

In Deutschland steht weibliche Genitalverstümmelung unter Strafe. Viele der Frauen werden aber bei Besuchen in ihren Herkunftsländern beschnitten. Deswegen kann diese grausame Tradition nur durch einen Bewusstseinswandel und unterstützende Maßnahmen in den betroffenen Entwicklungsländern beendet werden.

Mit den neu zugesagten Mitteln unterstützt das Ministerium lokale Organisationen, die auch mit religiösen und traditionellen Autoritäten über die Gefahren der Beschneidung sprechen. Zudem werden Fachkräfte geschult, die über die körperlichen und seelischen Folgen der Beschneidung aufklären und Genitalverstümmelungen besser behandeln können.