Durach ist Fair-Trade

Mit einem Festakt ist die Allgäuer Gemeinde Durach in den Kreis der deutschen Fairtrade-Städte aufgenommen worden. Der Allgäuer Minister Gerd Müller würdigte das Engagement in seiner Rede: „In Durach haben Bürgerinnen und Bürger, Gastwirte, Einzelhändler, Schulen, Verein und Kirche es gemeinsam geschafft – Durach ist jetzt eine Fair-Trade-Gemeinde. Denn es ist nicht fair, wenn Bauern für Kakao lediglich Cent-Beträge verdienen, ihre Kinder nicht auf die Schule schicken können und die großen Gewinne von anderen gemacht werden. Eine gerechte Welt beginnt bei jedem Einzelnen. Durach geht als leuchtendes Beispiel voran, indem es auf faire Produkte setzt. In Durach gibt es jetzt selbst das Wappen aus fairer Schokolade. Ob im Rathaus, bei der freiwilligen Feuerwehr oder bei Gemeindeveranstaltungen – in Durach gibt es jetzt in der Kantine, bei Sitzungen und Veranstaltungen fairen Tee und Kaffee. Die Schüler haben ein eigenes Projekt, wie es den Näherinnen in den Textilfabriken eigentlich geht, die ihre Jeans herstellen. Durach ist damit ein Vorbild, wie wir aktiv selbst eine bessere Welt gestalten können, in der Menschen für ihre Arbeit einen gerechteren Lohn erhalten und davon leben können.“

Minister Müller hatte die Schirmherrschaft für die Bewerbung Durachs als Fairtrade-Town übernommen. Die Gemeinde Durach hat sich jetzt erfolgreich als eine von 500 deutschen Fairtrade-Städten beworben. Zwei Gastronomiebetriebe, drei Geschäfte sowie Schule, Rathaus, Pfarrgemeinschaft, Katholischer Frauenbund sowie die Feuerwehr bieten in Durach fair gehandelte Produkte an.

Die Fair-Trade-Bewegung wächst. 2016 erreichte der faire Handel einen Rekordumsatz von 1,3 Milliarden Euro, das sind rund 15 Prozent mehr als 2015. Es gibt heute über 7.000 Fairtrade-Produkte. Lebensmittel bilden mit Abstand den größten Anteil am Absatz fair gehandelter Produkte. Kaffee hält mit rund 35 Prozent am Gesamtumsatz des fairen Handels weiterhin deutlich die Spitzenposition. Auch Südfrüchte wie Bananen, Ananas und Mango sind in punkto Menge weiterhin sehr wichtig.