Brief aus Berlin Nr. 10


 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

am 16. Juni ist Helmut Kohl verstorben. Als bisher am längsten amtierender Bundeskanzler hat er sich bleibende Verdienste um die deutsche Einheit und die europäische Einigung erworben und unser Land über viele Jahre geprägt.

Helmut Kohl war ein Mann mit festen Wertvorstellungen auf der Basis des christlichen Menschenbildes. Aus den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs setzte er sich früh für die Aussöhnung mit Frankreich und die europäische Einigung ein. Er hat an seinen Überzeugungen auch gegen den Zeitgeist festgehalten. Dies galt etwa für den NATO-Doppelbeschluss, aber in ganz besonderem Maße für seinen festen Glauben an die Wiedervereinigung unseres Vaterlandes, die er mit beherztem Handeln zum richtigen Zeitpunkt erst möglich gemacht hat. Als überzeugter Europäer hat er stets Wert gelegt auf die Abstimmung mit unseren Partnern in Europa. Auf sein Wort war Verlass. So hat er sich großen Respekt und Vertrauen auf europäischer und internationaler Ebene erworben. Dadurch konnte er die deutsche Einheit im Einvernehmen mit unseren Nachbarn und Partnern vollenden und den Weg frei machen für die Überwindung des Eisernen Vorhangs.

Die Zeit der Einheit gehört zu den glücklichsten Zeiten unseres Landes. Sie ist bis heute prägend für viele Deutsche. Die Bilder von Mauerfall und Wiedervereinigung werden wir nie vergessen. Unser Land hat Helmut Kohl unendlich viel zu verdanken. Sein Erbe eines friedlichen Deutschlands in einem vereinten Europa ist für uns nicht nur Verpflichtung aus der Vergangenheit, sondern Auftrag für die Zukunft.

Signatur Gerd Müller

 

 

 

 

 

Brief aus Berlin vom 23.06.2017